Navigation Hüftendoprothetik (bei Hüftgelenksarthrose)


Jeder Patient bewegt sich unterschiedlich. Daher sollte die Lage einer Hüfttotalendoprothese so optimiert sein, dass dies berücksichtigt wird.
Untersuchungen haben gezeigt, dass das Becken besonders stark in der sagittalen Ebene rotiert. Diese Beckenrotationen sind patientenspezifisch und verändern die funktionale Lage der Gelenkpfanne während der verschiedenen Tätigkeiten des täglichen Lebens.

In der Vergangenheit wurde die optimale Ausrichtung der Hüftpfanne durch generalisierte Winkel definiert. Es wurde eine Inklination von 35 bis 45 Grad und eine Anteversion von 5 bis 30 Grad empfohlen. Jedoch besteht aktuell in der Literatur kein Konsens hinsichtlich des zu verwendenden Referenzrahmens nachdem dieser Winkel ausgerichtet werden soll.

Es gibt zahlreiche Veröffentlichungen zu Komplikationen, die mit einer Fehlausrichtung der Hüftpfanne bei Implantation einer Hüftprothese in Zusammenhang stehen.

  • Erhöhte Luxationsrate
  • Hüftimpingement
  • Erhöhte Randbelastungen der Pfanne
  • Quietschen
  • Beschleunigte Abnutzung der Oberflächenbeschichtung
  • Lockerung der Prothese

Durch Verwendung des Corin Optimized Positioning System, OPS™ werden 2 Schritte berücksichtigt:

  • Schritt 1: eine dynamische, funktionelle und präoperative Simulation der individuellen Patientenbeweglichkeit
  • Schritt 2: eine patientenspezifische Positionierung der Hüftprothese

Schritt 1 – eine dynamische, funktionelle und patientenspezifische präoperative Simulation
Dabei führt der Patient Bewegungen täglicher Aktivitäten aus, so dass das Zusammenspiel von Wirbelsäule, Becken und Oberschenkel genau untersucht werden kann. Der Prozess beginnt mit der radiologischen Bildgebung, wobei die individuelle anatomische Geometrie jedes einzelnen Patienten erfasst werden kann. In der Folge werden diese Daten unter Verwendung einer Spezialsoftware analysiert. Anschließend stellt die Simulation modellhaft das vorhergesagte in Verhalten der Implantate dar, um die Ausrichtung der Pfanne zu optimieren. Ein Bericht liefert dem Operateur detaillierte Informationen zur Wahl der Implantatlage, damit für jeden Patienten das optimale Ergebnis erzielt werden kann. Sobald über die Ausrichtung entschieden wurde, wird im 3D-Druck ein patientenspezifisches Positionierungsinstrument hergestellt.

Schritt 2 – ein patientenspezifisches Positionierungssystem
Vor dem Fräsen der Hüftpfanne wird das patientenspezifische 3D-Positionierungsinstrument in die Pfanne eingesetzt, wobei die ausgewählte Orientierung exakt während der Operation simuliert werden kann, unabhängig von der Lagerungsposition des Patienten auf dem Operationstisch. Während des Einbringens der Hüftpfanne kann der Operateur schnell und präzise die optimale Lage des Implantates einstellen.

Durch die Verwendung dieses Navigationssystems und unter Verwendung eines minimalinvasiven Operationszuganges können wir im Knee & Hip Institute Munich für unsere Patienten höchste Qualität und einen äußerst schonenden Eingriff bei Notwendigkeit einer Hüftprothese gewährleisten.
Der verwendete minimalinvasive Operationszugang bietet eine äußerst muskelschonende Operationsmöglichkeit bei der die Muskulatur lediglich gespreizt aber nicht durchtrennt werden muss.
Hierdurch ist der Patient zusätzlich zur exakten Implantatausrichtung schnellstmöglich wieder im täglichen Leben einsatzfähig. Bereits am ersten Tag nach der Operation stehen die Patienten auf eigenen Beinen und beginnen mit der Physiotherapeutischen Beübung. Aufgrund der muskelschonenden Operationsmethode ist die normalerweise notwendige Rehamaßnahme nicht zwingend erforderlich. Die ambulante Physiotherapie ist in den meisten Fällen ausreichend.

Publikationen PD Dr. med. univ. Keshmiri