Tibiakopffraktur


Ursache

Bei sogennanten „Hiph-Impact“ Sportarten wie Skifahren kommt es häufig zu Tibiakopffrakturen. Hierbei kommt es zur Stauchung und Bruch des oberen Anteils des Unterschenkels. Es kommt zum Einbruch der Gelenklinie. Eine Verschiebung der Gelenklinie um 2mm sollte durch eine operative Versorgung rekonstruiert werden, da es sonst zu einem verfrühten Knorpelverschleiß und somit zu einer Arthrose kommen kann. Ziel dabei ist es die Gelenklinie auf das ursprüngliche Niveau anzuheben und somit eine physiologische Gelenkbewegung zu rekonstruieren.

Bildgebung

Die Bildgebung einer Tibiafraktur wird nach initialem Röntgen sowie einer Computertomographie durch eine Kernspintomographie komplementiert. Die Computertomographie zeigt den genauen Verlauf des Bruches und das Ausmaß der Gelenkbeteiligung. Ist keine Gelenkbeteiligung ersichtlich kann auch ein konservatives Therapieschema zum Einsatz kommen. Die Kernspintomographie gibt Hinweise über das Ausmaß der Erweichung des Knochens und der Bruchausläufer. Auch die dadurch gewonnene Information über die Knochenqualität trägt zur Therapieentscheidung bei und lässt einen individuelle Therapieplan zu.

Therapie

Ziel der Bruchversorgung von Tibiakopffrakturen ist die exakte Wiederherstellung des Gelenkplateaus. Hier müssen häufig Platten und Schrauben herangezogen werden um den Bruch zu stabilisieren. Mittlerweile steht hierfür jedoch die Anwendung der Ballontibioplastie zur Verfügung. Dies ist eine minimal-invasive Technik zur Wiederherstellung und Rekonstruktion des Gelenkplateaus nach Stauchungsunfällen. Die minimal-invasive Technik der Tibioplastie bietet durch einen dosierten Druckaufbau über einen Katheter, der minimalinvasiv unter dem Bruch platziert wird die Möglichkeit einer kontrollierten Wiederherstellung der Gelenklinie. Nachdem ein kleiner Ballon unter dem Bruch platziert wird, wird der dadurch entstandene Hohlraum nach Wiederherstellung der anatomischen Gelenklinie durch Zuführen von Kalziumphosphat-Zement gesichert. Mit dieser minimal-invasiven Technik kann durch ein kleines operatives Vorgehen eine größere operative Versorgung vermieden werden. Wichtig ist die frühzeitige Therapie. Ist der Bruch bereits in den ersten 6 Wochen ausgeheilt ist es schwierig eine Anhebung der Gelenklinie zu erzielen.
Im Knee & Hip Institute Munich analysieren und besprechen wir mit unseren Patienten die Bildgebung und den Verlauf des Bruches um eine schonende Umsetzung der Gelenkrekonstruktion zu erzielen.

Publikationen PD Dr. med. univ. Keshmiri