Schmerzhafte Hüftprothese


Auch nach bereits durchgeführter Hüftprothesenimplantation können Beschwerden im Bereich des Hüftgelenkes verbleiben. Im Folgenden werden dazu Möglichkeiten und deren Therapieoptionen beschrieben die wir gerne mit ihnen im Knee and Hip Institute Munich besprechen.


Konservative Therapie


Ganganalyse im Knee and Hip Institute Munich

Nach Implantation einer Hüftprothese kann es zu einer Spannung im Bereich der äußeren Hüfte kommen. Dies führt in weiterer Folge zu einer Schleimbeutelentzündung im Bereich des "Rollhügels" der Hüfte der von außen tastbar ist. Dies resultiert ein einer punktuellen Schmerzhaftigkeit. In diesem Fall kann mit einer einmaligen Injektion von körpereigener Zelltherapieformen Abhilfe geschaffen werden. Auch eine zusätzliche individuell angepasste Einlagenversorgung nach durchgeführter Ganganalyse und Analyse der zugrundeliegenden biomechanischen Gegebenheiten bringt hier eine deutliche Linderung der Beschwerden sodass eine Wechseloperation in vielen Fällen vermieden werden kann.


Operative Therapie


Beschwerden, die in der frühen postoperativen Phase auftreten

Nach Implantation einer Hüft-Totalendoprothese kann es in der frühen postoperativen Phase bereits zu Beschwerden kommen. Besteht kein schmerzfreies Intervall nach operativer Versorgung kann dies auf eine Frühinfektion, auf eine Verknöcherung aber auch auf Nervenschädigungen im Bereich des Hüftgelenkes hinweisen. Auch ein Bruch des Knochens um das Prothesenlager ist in der frühen postoperativen Phase im Rahmen des Belastungsaufbaus denkbar. Bei Implantation von zementfreien Hüftprothesen kann es während der Implantation zu kleinen sog. Fissuren im Bereich des Hüftschaftes kommen. Diese sind nicht immer intraoperativ ersichtlich, kommen dann aber im Verlauf der postoperativen Nachbehandlung und im Rahmen der radiologischen Kontrolluntersuchung zum Vorschein. Eine sog. Hüftluxation, also ein "Herausspringen" der Hüftprothese kann in der frühen postoperativen Phase aber auch im späteren Verlauf stattfinden. Hier ist es wichtig eine genaue Analyse des zu Grunde liegenden Problems durchzuführen. Sowohl das Vorliegen eines Frühinfektes als auch die Abklärung einer muskulären Insuffizienz müssen zeitnah abgeklärt werden, um einen weiteren langfristigen Schaden des Hüftgelenkes zu vermeiden.

Mittelfristig bis langfristig auftretende Beschwerden

Auch in der mittelfristigen postoperativen Phase können Infektionen im Bereich des Hüftgelenkes auftreten. Diese müssen bei geringstem Verdacht zeitnah abgeklärt werden. Bei mittelfristig neu auftretenden Beschwerden nach Steigerung der Belastung und Schmerzen im Bereich der Leiste sowie Insuffizienz der Hüftmuskulatur muss an ein Prothesenimpingement gedacht werden. Hier kann es durch Einklemmen einer Muskelsehne zu Bewegungslimitation und zu Beschwerden bei aktiver Beugung kommen. Auch Einklemmphänomene zwischen den Prothesenkomponenten können in dieser Phase auffällig werden. Hier muss eine radiologische Abklärung erfolgen.

Die minimal-invasive Wechseloperation einer Komponente und in manchen Fällen beider Komponenten kann hierbei nach vorausgehender ausgiebiger Analyse des Hintergrundes die Lösung des Problems bewirken.