Schmerzhafte Hüftprothese


Beschwerden, die in der frühen postoperativen Phase auftreten

Nach Implantation einer Hüft-Totalendoprothese kann es in der frühen postoperativen Phase bereits zu Beschwerden kommen. Besteht kein schmerzfreies Intervall nach operativer Versorgung kann dies auf eine Frühinfektion, auf Verknöcherung aber auch auf Nervenschädigungen im Bereich des Hüftgelenkes hinweisen. Auch ein Bruch des Knochens um das Prothesenlager ist in der frühen postoperativen Phase im Rahmen des Belastungsaufbaus denkbar. Bei Implantation von zementfreien Hüftprothesen kann es während der Implantation zu kleinen sog. Fissuren im Bereich des Hüftschaftes kommen.

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Diese sind nicht immer intraoperativ ersichtlich, kommen dann aber im Verlauf der postoperativen Nachbehandlung und im Rahmen der radiologischen Kontrolluntersuchung zum Vorschein. Eine sog. Hüftluxation, also ein "Herausspringen" der Hüftprothese kann in der frühen postoperativen Phase aber auch im späteren Verlauf stattfinden. Hier ist es wichtig eine genaue Analyse des zu Grunde liegenden biomechanischen Problems durchzuführen. Sowohl das Vorliegen eines Frühinfektes als auch die Abklärung einer muskulären Insuffizienz müssen zeitnah abgeklärt werden, um einen weiteren langfristigen Schaden des Hüftgelenkes zu vermeiden.


Mittelfristig bis langfristig auftretende Beschwerden


Auch in der mittelfristigen postoperativen Phase können Infektionen im Bereich des Hüftgelenkes auftreten. Diese müssen bei geringstem Verdacht zeitnah abgeklärt werden. Bei mittelfristig neu auftretenden Beschwerden nach Steigerung der Belastung und Schmerzen im Bereich der Leiste sowie Insuffizienz der Hüftmuskulatur muss an ein Prothesenimpingement gedacht werden. Hier kann es durch Einklemmen der Iliopsoassehne zu einem Iliopsoasimpingement kommen. Dies führt in weiterer Folge zur Bewegungslimitation und zu Beschwerden bei aktiver Beugung. Auch Impingementphänomen, sprich Einklemmphänomene im Bereich des Prothesenlagers und zwischen den Prothesenkomponenten können in dieser Phase auffällig werden. Hier muss eine radiologische Abklärung erfolgen. Die minimal-invasive Wechseloperation einer Komponente kann hier bei vorausgegangener ausgiebiger Analyse des biomechanischen Hintergrundes die Lösung des Problems bewirken. Nicht nur zwischen den Prothesenteilen aber auch zwischen einem Prothesenteil und einem knöchernen Vorsprung im Bereich des Beckens kann ein Impingement bzw. ein Anschlagphänomen mit deutlicher Bewegungseinschränkung entstehen und resultieren. Die Implantation unter hoher Weichteilspannung kann ebenso mittelfristig bis langfristig zu einer Spannung im Bereich der äußeren Hüfte führen. Dies führt in weiterer Folge zu einer Schleimbeutelentzündung mit punktueller Schmerzhaftigkeit im Bereich des Rollhügels der Hüfte. In diesem Fall kann mit einer einmaligen Injektion Abhilfe geschaffen werden. Bei rezidivierenden Fällen muss hier ebenso eine Analyse der implantierten Hüftprothese vorgenommen werden. Im Knee & Hip-Institute in München können wir im Rahmen ausgiebiger Diagnostik und Bewegungsanalyse die Ursache für die bestehende Problematik nach Hüftprothesenimplantation und die vorliegende Beschwerdesymptomatik analysieren und sowohl mittels konservativen als auch minimal-invasiven operativen Versorgungen eine resultierende Schmerzfreiheit gewährleisten.