Patellaluxation / Instabilität



Der Kniescheibeninstabilität oder Patellaluxation ist ein Herausgleiten der Kniescheibe aus ihrer physiologischen „Führungsrinne“ im Oberschenkelknochen, der sogen. Trochlea. Bei der Instabilität des Kniescheibengelenkes unterscheidet man die seltene akute von der angeborenen chronisch rezidivierenden Form, die 95% aller Instabilitäten ausmacht. Die Häufigkeit der Luxation und das Alter bei der erstmaligen Luxation wird dabei von dem Grad der pathologischen Veränderungen am Knochen und den begleitenden Risikofaktoren ab und geht je nach Verlauf u.a. auch mit weiteren Gelenkschädigungen wie etwa einem Knorpelschaden einher. Je nachdem können unwillkürliche, nicht kontrollierbare Instabilitäten schon in der Kindheit und nicht nur in strecknahen, sondern auch in gebeugter Knieposition auftreten.

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KniescheibeninstabilitätProf. Schoettle und PD Dr. med. Keshmiri verfügen über ein über das normale Maß hinausreichendes Wissen über die Zusammenhänge bei der Patellaluxation. Sie gelten als Wegbereiter der neuen und heutzutage weltweit angewandten Schule der Kniescheibenbehandlung. Dies haben sie in eigenen Büchern, zahlreichen Videos und der Entwicklung verschiedenen Operationstechniken in diesem Bereich unter Beweis gestellt. Bereits 2002 war Prof. Schoettle einer der ersten Operateure, der die Trochleaplastik operierte und kurz darauf den Schoettle-Punkt beschrieb.

Im Jahr 2004, lange bevor die MPFL-Rekonstruktion international als „State of the Art“- Operation zur Behandlung der Kniescheibeninstabilität anerkannt wurde, konnte Prof. Dr. med. Philip Schöttle im Rahmen seiner Habilitation den biomechanischen Beweis zur Wirkung dieses Bandes antreten. Es zeigte sich jedoch, dass der Schlüsselpunkt bei diesem Eingriff die richtige Platzierung am Oberschenkelknochen ist. Ihm gelang es mittels verschiedener Untersuchungen, den korrekten Punkt für den intraoperativen Gebrauch zu identifizieren und zu publizieren. Die US-Amerikaner waren die ersten Kollegen, die diesen Punkt dann „Schoettle Point“ nannten und ihn inzwischen in den Fragenkatalog für die orthopädische Facharztprüfung aufgenommen haben. (Wikipedia: Schoettle Point) aus dem sich danach erst seine und danach alle MPFL Rekonstruktionen ableiten ließen, alle drei Meilensteine in der patellofemoralen Therapie. Um unsere Patienten optimal zu behandeln, führen wir auf unserem Wissen basierend immer eine umfassende Anamnese und exakte Untersuchung aller Risikofaktoren durch. Anhand umfangreicher klinischer und biomechanischer Forschungen haben wir neue Behandlungsstrategien entwickelt und publiziert, die inzwischen weltweit Routine geworden sind. Die Therapie wird dann individuell, je nach Stadium der Instabilität und Schweregrad der auslösenden Faktoren gewählt werden und erstreckt sich von konservativenBehandlungen bis zu einem operativen Kombinations-Eingriff. 

Um unsere Patienten optimal zu behandeln, führen wir auf unserem Wissen basierend immer eine umfassende Anamnese und exakte Untersuchung aller Risikofaktoren durch. Anhand umfangreicher klinischer und biomechanischer Forschungen haben wir neue Behandlungsstrategien entwickelt und publiziert, die inzwischen weltweit Routine geworden sind. Die Therapie wird dann individuell, je nach Stadium der Instabilität und Schweregrad der auslösenden Faktoren gewählt werden und erstreckt sich von konservativen Behandlungen bis zu einem operativen Kombinations-Eingriff.

NICHTOPERATIVE THERAPIE PATELLALUXATION

Die konservative Therapie bei diesem Krankheitsbild beinhaltet verschiedene Maßnahmen die zu einer Besserung des Leidens führen können. Diese setzen sich zusammen aus Physiotherapie mit dem Kerngebiet des Stabilisationstrainings, so wie dem Tragen von Tapeverbänden oder Schienen. Auch speziell angefertigte Einlagen könne dazu beitragen, dass sich die Symptomatik deutlich verbessert und sich das Gangbild normalisiert. Soweit noch nicht erfolgt, ist die Gewichtsreduktion unbedingt zielführend. Gleichzeitig sollte die tiefe Bauch und Rückenmsukulatur, die Hüftaussenrotatoren und die –adduktoren gestärkt werden. Schlagen konservative Therapien in all ihrer Vielfältigkeit langfristig nicht an und wird eine deutliche Verminderung der Lebensqualität festgestellt, so sollte ein operativer Eingriff in Betracht gezogen werden.

OPERATIVE THERAPIE | KNIESCHEIBENINSTABILITÄT

Wie weiter oben erwähnt ist ein flaches oder gar vorgewölbtes Gleitlager - die „Trochleadysplasie“ - der ausschlaggebende Risikofaktor für die Kniescheibeninstabilität, da der Kniescheibe die knöcherne Führung fehlt und sie damit recht einfach aus dem Gleitlager springt. Die wichtigste Band-Struktur zur Stabilisierung der Patella gegen die luxierende Kraft des Oberschenkelmuskels ist das sog. „Mediale Patellofemorale Ligament“ – MPFL - ein Band zwischen Kniescheibe und Innenseite des Oberschenkels ist. Ist dieses aufgrund von Anomalitäten nicht richtig angelegt oder bei einer Trochleadysplasie in der Folge einer Luxation gerissen, fehlt der Kniescheibe die medialisierende Komponente und die Kniescheibe kann danach noch leichter luxieren. In diesen Fällen sind konservative Ansätze wenig erfolgreich und es sollte nach ausführlicher Diagnose ein frühzeitiges operatives Vorgehen in Betracht gezogen werden. Auch freie Knorpelstücke oder grobe Achsfehlstellungen machen ein operative Vorgehen nahezu unumgänglich.

MPFL REKONSTRUKTION


MPFL technique developed by Prof. Philip Schoettle

Im Jahr 2002 fing Prof. Schöttle an der Universität in Zürich an, sich mit der Kniescheibeninstabilität zu beschäftigen. Dieses bis dahin wenig erforschte Gelenk nahm ihn dermaßen in seinen Bann, dass er von 2004 - 2005 mit selbst erworbenen Forschungsgeldern an der Charité in Berlin darüber forschte und auch habilitierte. In dieser Zeit entdeckte er den heute sogenannten Schoettle Point und konnte beweisen, dass die MPFL Rekonstruktion DAS probate Mittel ist, um die Kniescheibe operativ zu stabilisieren. Über die folgenden Jahre entwickelte er die MPFL Rekonstruktion, die bis heute in ihrer Art nicht verändert wurde und weltweit bereits mehrere 100.000 mal operiert wurde. Gleichzeitig dient sie in ihrer Grundstruktur bis heute als Vorlage aller abgewandelter MPFL Rekonstruktionen.

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Daher können wir bei der Durchführung dieser Operation auf eine der weltweit längsten Erfahrungen zurückblicken. In vielen Fällen ist die anatomische Rekonstruktion des medialen patellofemoralen Ligaments (MPFL) als einziger Eingriff ausreichend. Dabei entnehmen wir eine kleinere körpereigene Sehne aus der Innenseite des Oberschenkels (Gracilissehne), transplantieren sie in einer Doppelbündeltechnik, so dass sie anatomisch exakt anliegt und fixieren sie so, dass eine freie Beweglichkeit sofort möglich ist. In revisionsfällen, kleineren Patienten oder grossen Kombinationseingriffen wählen wir manchmal eine künstliche MPFL Variante aus MPFL Ausschlaggebend für den Erfolg des Eingriffes ist dabei die korrekte Platzierung des MPFL am Oberschenkel. Im Vergleich zu früheren Operationen liegt die Erfolgsrate, bezogen auf die Stabilität, bei fast 100%. Die Erholungszeit ist verglichen mit früher angewendeten Operationstechniken deutlich verkürzt und die kosmetischen Ergebnisse sind hervorragend, da nur zwei kleine Schnitte erforderlich sind. Bereits am Abend der Op können unsere Patienten mobilisiert werden, so dass der Eingriff auch ambulant erfolgen kann. Unsere Patienten verwenden knapp 2 Wochen Krücken und dürfen nach 6 Wochen wieder ersten sportlichen Aktivitäten nachgehen.


TROCHLEADYSPLASIE / TROCHLEAPLASTIK


Bei einer hochgradigen Trochleadysplasie, bei der das Gleitlager für die Kniescheibe nicht nur flach, sondern sogar konvex und mit einem zusätzlichen Höcker versehen ist, kann mit einer MPFL-Rekonstruktion alleine keine Stabilität erreicht werden. Hier empfehlen wir zusätzlich eine Trochleaplastik durchzuführen, bei der das Kniescheibengleitlager (Trochlea) neu gestaltet wird.


Patella normale Gleitrinne

Normale Trochleaform

Instabile Kniescheibe

Dyplastische Trochlea mit luxierter Patella



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Auch diese Technik ist in ihrer inzwischen internationale angewandten Form auf intensive Arbeiten von Prof. Dr. med. Schöttle zurückzuführen, der diese Technik weltweit (Israel, UAE, USA, CH, F, DEN, RUSSIA etc.) als Dozent operiert. Bei dieser Operation heben wir den Knorpel vom darunter liegenden Knorpel ab, vertiefen diesen anschließend entsprechend der eigentlichen Anatomie und formen so eine funktionsfähige Laufrinne. Die formbare Knorpelschuppe passen wir dann an das neue Knochenbett an und befestigen es mit Spezialankern und Fäden, die eine sichere Anheilung gewährleisten. Diese Operation wird bislang nur von wenigen Ärzten. Wir können bei der Durchführung dieser Operation auf die weltweit längste Erfahrung mit mehr als 800 selbst durchgeführten Eingriffe zurück blicken und haben unsere mehrfach preisgekrönten Ergebnisse und Techniken in internationalen Fachzeitschriften publiziert und auf zahlreichen Kongressen vorgetragen. Zudem haben wir eine Technik entwickelt, mit der wir den Eingriff in geeigneten Fällen arthroskopisch durchführen und somit die postoperativen Schmerzen und die Hospitalisationsdauer deutlich reduzieren können.

In den ersten 2 Wochen nach dem Eingriff sollten Sie Krücken verwenden und danach langsam wieder aufbelasten. Die Bewegung ist direkt ab der Operation frei gegeben und wird von uns auch gewünscht und forciert, da sie der Einheilung des Knorpels hilft. Nach 6 Wochen normalisiert sich der Alltag wieder und nach 6 Monaten können Sie so gewünscht sportliche Tätigkeiten wieder aufnehmen.