Vorderer Knieschmerz – Jumpers Knee


Bei dem Patellaspitzensyndrom, dem Jumpers Knee oder auch dem Runners Knee, handelt es sich um eine Überlastung im Bereich der Kniescheibe, die vor allem durch Sprintsportarten, Sprungsportarten und wenig Dehnung hervorgerufen werden kann. Durch kleine Risse im Sehnengewebe, die direkt am Knochen ansetzen, kann es zu entzündlichen Veränderungen kommen, die durch eine dauerhafte Belastung schnell chronisch werden können und zu einem ausgesprochen schmerzhaften und schwierig zu therapierenden Syndrom führen. Oftmals treten nächtliche Schmerzen auf, es kann aber auch soweit gehen, dass ein Gehen ohne Schmerzen nicht mehr möglich ist, Sportarten nicht mehr durchgeführt werden können und selbst das Aufstehen aus dem Sitzen schmerzhaft ist. 

Mittel Ultraschalluntersuchung und eventuell auch durch Einsicht eines aktuellen MRT beurteilen wir die Sehnenstruktur. Ähnlich wie bei der Achillodynie empfehlen wir auch die Durchführung einer Ganganalyse, um zu evaulieren, ob die Überlastung Ihrer Patellarsehen tatsächlich nur durch das Knie selber oder eventuell ein vom Fuss aus gehendes Fehlform verursacht ist. Wir können uns im KHIM dabei einer dynamsichen 3D und 4D Ganganalyse bedienen.

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Physiotherapie

Therapie

Als langjährige Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für patellofemorale Problematik und aktueller Präsident der IPSG haben wir uns im KHI schon sehr lange mit der spezifischen und auch frühzeitig Behandlung dieser Erkrankung befasst. Während früher im Besonderen eine Ruhigstellung und die konsequente Einnahme von nicht steroidalen Antirheumatika und auch in Akutzuständen Steroide infiltriert wurden, gehen wir im KHIM heute den modernen Weg der körpereigenen Heilung – einer Kombination aus Zelltherapie und Physiotherapie. Durch ein speziell auf Sie zugeschnittenes Therapie-Programm mit Dehnungsübungen, die Sie auch in Eigentherapie durchführen können, werden die betroffenen Sehnen wieder stärker durchblutet und somit eine Heilung der Mikrorisse angestoßen. Gleichzeitig wird orthobiologisch durch die Anwendung von individualisierten maßgeschneiderten Blutplasmaprodukten therapiert. Die Mischung und Abwechslung von ACP und PRP ist dabei inidividuell abhängig vom Zustand der Sehne und Dauer der Schmerzen. Durch diese Kombination aus konservativen Maßnahmen UND zelltherapeutischen Verfahren konnte die bis anhin recht langwierige und wenig erfolgreiche Therapieform signifikant verbessert und die verletzten Sehnenstrukturen zum Heilen gebracht werden.

NICHTOPERATIVE THERAPIE PATELLALUXATION

Die konservative Therapie bei diesem Krankheitsbild beinhaltet verschiedene Maßnahmen die zu einer Besserung des Leidens führen können. Diese setzen sich zusammen aus Physiotherapie mit dem Kerngebiet des Stabilisationstrainings, so wie dem Tragen von Tapeverbänden oder Schienen. Auch speziell angefertigte Einlagen könne dazu beitragen, dass sich die Symptomatik deutlich verbessert und sich das Gangbild normalisiert. Soweit noch nicht erfolgt, ist die Gewichtsreduktion unbedingt zielführend. Gleichzeitig sollte die tiefe Bauch und Rückenmsukulatur, die Hüftaussenrotatoren und die –adduktoren gestärkt werden. Schlagen konservative Therapien in all ihrer Vielfältigkeit langfristig nicht an und wird eine deutliche Verminderung der Lebensqualität festgestellt, so sollte ein operativer Eingriff in Betracht gezogen werden.


OPERATIVE THERAPIE | VORDERER KNIESCHMERZ

Wie weiter oben erwähnt ist ein flaches oder gar vorgewölbtes Gleitlager - die „Trochleadysplasie“ - der ausschlaggebende Risikofaktor für die Kniescheibeninstabilität, da der Kniescheibe die knöcherne Führung fehlt und sie damit recht einfach aus dem Gleitlager springt. Die wichtigste Band-Struktur zur Stabilisierung der Patella gegen die luxierende Kraft des Oberschenkelmuskels ist das sog. „Mediale Patellofemorale Ligament“ – MPFL - ein Band zwischen Kniescheibe und Innenseite des Oberschenkels ist. Ist dieses aufgrund von Anomalitäten nicht richtig angelegt oder bei einer Trochleadysplasie in der Folge einer Luxation gerissen, fehlt der Kniescheibe die medialisierende Komponente und die Kniescheibe kann danach noch leichter luxieren. In diesen Fällen sind konservative Ansätze wenig erfolgreich und es sollte nach ausführlicher Diagnose ein frühzeitiges operatives Vorgehen in Betracht gezogen werden. Auch freie Knorpelstücke oder grobe Achsfehlstellungen machen ein operative Vorgehen nahezu unumgänglich.