Blutplasmatherapie


Die ACP- oder Eigenblut-Therapie macht sich die Erkenntnis zunutze, dass unser Blut körpereigene orthobiologische Heilmittel und Wachstumsfaktoren enthält, die bei Verletzungen oder auch chronischen Erkrankungen Heilvorgänge einleiten und unterstützen können. Die Verwendung von Blutplasma-Produkten war der erste sehr erfolgreich und bis heute verwendete orthobiologische Heilansatz und gewann schnell an Popularität, da er als sicher gilt und zudem eine natürliche Alternative zu operativen Eingriffen darstellt. Zudem konnte erst kürzlich wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass die Verwendung von PRP die Infektionsrate für tiefe Wunden reduziert, das Wachstum von Staphylococcus aureus und auch anderer Keime einschränkt und somit auch zur Prävention und Therapie von Infekten eingesetzt werden kann. Somit ist die Verwendung von Blutplasma für uns ein Verfahren, das wir regelmäßig im Rahmen von Operationen anwenden, um damit die Sicherheit unserer Patienten zu erhöhen, das Infektionsrisiko weiter zu senken und die postoperativen Schmerzen zu mindern.

Daneben haben mehrere Studien gezeigt, dass Blutplasma eine hohe Dichte an Wachstumsfaktoren und Zytokinen besitzt, die antiinflammatorisch, also gegen Entzündungen, postoperativen Blutverlust, Narbenbildung und Infektionen wirken und auf der anderen Seite Knochenheilung, Heilung von Hautwunden und Muskel- sowie Weichteilverletzungen fördern.

Ein Einsatzgebiet der ACP Therapie betrifft im konservativen Bereich im Besonderen das Jumpers Knee, bei dem wir keine Nebeneffekte beobachten konnten und eine statistisch signifikante Verbesserung in allen erhobenen Scores festgestellt haben. Die Ergebnisse suggerieren, dass die ACP Therapie sicher für das Jumpers Knee (Patella-Spitzensyndrom) verwendet werden kann, da es die Regeneration eines Gewebes anstößt, das ansonsten aufgrund der geringen Versorgung mit Blut ein eher langsames Heilungspotenzial aufweist.

Ein weiteres Einsatzgebiet findet sich im Bereich der Achillodynie, die besonders bei Tennisspielern auftritt. Hier ist die ACP Therapie ein Mittel, das auch im Akutstadium angewendet werden kann, da sie hier ein absolut hochwertiges Sicherheitsprofil aufweist. Die Heilung von Muskel- und Sehnenverletzungen wird mithilfe einer ACP-Behandlung deutlich beschleunigt. Dies gilt sowohl für Spitzensportler als auch für Hobbysportler. Die Plantarfasziitis stellt genauso wie der Tennisellenbogen oder Golferellenbogen eine Indikation dar, bei der anstelle von Kortison, welches zu einer weiteren Sehnenschädigung führt, ACP verwendet werden kann, sollten konservative Maßnahmen ausgeschöpft sein.



Kreuzbandriss mithilfe einer ACP Therapie behandeln


ACP kommt auch bei Operationen als Heilungsbeschleuniger zum Einsatz oder als Kombination, um den operativen Eingriff durch den Zusatz von orthobiologischen Therapieformen deutlich kleiner zu halten. Beispielsweise bei der Kreuzbandruptur verwenden wir die ACP Therapie in der von uns entwickelten VKB-Bracing-Technik, bei der die noch erhaltenen vorderen Kreuzbandbündel mit einem speziellen Fibertape gefasst und am Knochen readaptiert werden, statt diese Fasern auch noch operativ zu entfernen und eine komplette Kreuzbandrekonstruktion mit einer deutlich längeren Einheilzeit durchzuführen. Durch die ACP-Behandlung werden die körpereigenen Zellen und Wachstumsfaktoren genutzt, um das Kreuzband endgültig zur Heilung zu bringen. Bei Partialrupturen ist es auch möglich, durch die bloße Verabreichung von (ultraschallgesteuerter direkt ins VKB eingespritzten) ACP und die gleichzeitige Verwendung einer speziellen Physiotherapie und einer beweglichen dynamischen Orthese, die Rotationsbewegungen vermeidet, eine Heilung der Kreuzbandstrukturen zu erzielen.

ACP Therapie zur Behandlung chronischer Krankheiten


Chronische Erkrankungen wie zum Beispiel die Arthrose werden bei uns durch eine Kombination aus einer Hyaluronsäure und ACP Therapie behandelt, da hier das Zusammenspiel beider Heilverfahren wichtig ist. Während die Hyaluronsäure viskoelastische Eigenschaften der Gelenkflüssigkeit in arthrotischen Gelenken wiederherstellt, kann das ACP die Entzündung reduzieren und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Wachstumsfaktoren zu einer Geweberekonstruktion und Knorpelregeneration beitragen. Dies konnte in einer mehrfach ausgezeichneten, prospektiven, blind randomisierten Studie durch unseren langjährigen Freund und Kollegen Dr. Pat Smith von der Universität von Missouri belegt werden.

Des Weiteren wird ACP in unserem Münchener Institut auch bei Hautvernarbungen, zur schnelleren Narbenheilung, in der Ästhetik und zur Heilung von Pseudarthrosen oder Non-Unions im Bereich des Knochens eingesetzt.